Willkommen
31.08.2011
Hier findest du ein paar Gedankengänge aus dem ehemaligen StefBlog. Hin und wieder kommen ausgewählte Beiträge aus dem aktuellen Blog dazu. Den neuesten Eintrag findest du auf der letzten Seite. Weitere Infos, Hinweise und Links gibt es hier.
Leben
01/08/2004
Ablassen von allen Konzepten, von allen Mustern, von allen Wertungen. Sich freimachen von allen Worten, allen Gedanken, allen Idealen. Keine vermeintliche Wahrheit akzeptieren, scheint sie auch noch so wahr.
Erfahren, erkennen - nicht glauben. Offen sein, vertrauen, aber überprüfen. Nicht einfach zustimmen, nicht einfach widersprechen, nicht einfach übernehmen.
Alle Vergangenheit abschütteln, nichts erreichen müssen, im Hier leben, hier und jetzt wach sein, aufmerksam sein. Sein!
Keine Rollen spielen, weder angedichtete, noch angenommene. Nichts spielen müssen, nichts sein müssen - weder originell noch angepasst. Nur man selbst. Einfach nur sein!
Nicht auf der Suche, nicht auf der Flucht. Nicht nach Worten suchen, nicht an Worten hängen. Einfach nur…
Leben!
Momentaufnahme
01/10/2004
Plötzlich ist da wieder nur Wahrnehmen dessen, was um mich herum passiert. Es ist kein Bewerten dabei, kein “das ist gut, das nicht, das gefällt mir, es müsste jetzt so und so sein”. Da ist einfach nur ein Annehmen. Auch keine Gedankengänge in die imaginäre Zukunft, kein “Ich müsste ja noch…, ich wollte doch noch…, ich darf nicht vergessen zu…”. Auch kein Entschwinden in die Vergangenheit, kein “Hättest du mal…, du wolltest doch…, wenn du stattdessen besser…”. Und auch kein - und das ist für mich meist das Schwierigste - Spaziergang in der Fantasie. Keine neue Welt, in der ich, die Person Stefan, das und das regelt, macht, keine schöne Fantasiereise in eine angenehme, aber auch keine Reise in eine unangenehme Welt. Einfach nur ein SEIN. Die Gedanken - sie ruhen, nein, irgendwo schweben sie noch, sie blubbern ein wenig vor sich hin, sind aber nicht so penetrant. Die Gefühle - da war kein “ich fühle mich gut” sondern eher ein allgemeines Gefühl von Ruhe, von diesem grenzenlosen Frieden. Nicht das Gefühl “ich habe Frieden in mir” sondern das Gefühl “da ist Friede”. Der Körper - das, was mich immer wieder denken lässt ich sei diese Person, ist plötzlich eigentlich nur ein Objekt zum Wahrnehmen. Die Augen zum Sehen, die Haut zum Tasten. Natürlich eine Lebensgeschichte, aber es scheint plötzlich die Geschichte des “Menschen Stefan” zu sein, nicht meine. Meine Geschichte? Da ist keine, denn es gibt gerade keine Vergangenheit…
Aber es ist plötzlich auch klar: Einteilungen in “gut und böse”, Vorstellungen wie denn die Welt zu sein habe, ja selbst eigene Pläne, Wünsche… dafür ist plötzlich kein Raum mehr. Und da verstehe ich, was Pyar meint mit “Sterben”. Verschwindet die Individualität? Zumindest sind die “Macken” des Körpers, ja der ganzen Erscheinung noch da. Also da ist noch Individualität, Einmaligkeit. Aber das, was der Kopf immer vorspielt, das Werten, das Ablehnen, die Vorstellungen, das scheint zu verschwinden. Aber das, was ich eigentlich als Individualität sah, eben diese Vorstellungen vom Leben… das scheint plötzlich ein Leben mit Scheuklappen zu sein. Mauern, die einengen. Es darf sein, was ich definiere, nein, was der Kopf, die vermeintliche (?) Person definiert. Nehme ich nur wahr, dann ist da auf einmal so viel Freiheit, denn alles darf sein, alles ist okay.
Auf einmal ist die Ahnung da, dass ich ein einengendes Leben eintauschen kann gegen eine Weite, einen unendlichen Frieden. Und plötzlich ist da kein Klammern mehr an der Vorstellung, dem Wunsch, doch der Stefan, die Person zu sein. Und diese Freiheit, dass ich nicht mehr klammern muss… vielleicht schafft die den notwendigen Raum, sich darauf einzulassen, zu probieren, anzunehmen, zu erfahren…
Im Laufe des Abends ist wieder die Person da, die versucht, das alles zu analysieren, zu bewerten, zu wünschen “das doch zu behalten”. Auf einmal ist wieder “ich möchte” da, auf einmal ist wieder Bewertung da. Auf einmal ist die Welt wieder klein und eng. Aber - dies geschieht (nach der ersten Enttäuschung) mit einem Schmunzeln. Mit dem Wissen, es könnte auch anders sein, und vielleicht…
Mit Gott zu Mittag gegessen
09/10/2004
es war einmal ein kleiner junge, der unbedingt gott treffen wollte. er war sich darüber bewusst, dass der weg zu dem ort, an dem gott lebte, ein sehr langer war. also packte er sich einen rucksack voll mit einigen coladosen und mehreren schokoladenriegeln und machte sich auf die reise.
er lief eine ganze weile und kam in einen kleinen park. dort sah er eine alte frau, die auf einer bank saß und den tauben zuschaute, die vor ihr nach futter auf dem boden suchten.
der kleine junge setzte sich zu der frau auf die bank und öffnete seinen rucksack. er wollte sich gerade eine cola herausholen, als er den hungrigen blick der alten frau sah. also griff er zu einem schokoriegel und reichte ihn der frau.
dankbar nahm sie die süßigkeit und lächelte ihn an. und es war ein wundervolles lächeln! der kleine junge wollte dieses lächeln noch einmal sehen und bot ihr auch eine cola an.
und sie nahm die cola und lächelte wieder - noch strahlender als zuvor. der kleine junge war selig.
die beiden saßen den ganzen nachmittag lang auf der bank im park, aßen schokoriegel und tranken cola - aber sprachen kein wort.
als es dunkel wurde, spürte der junge, wie müde er war und er beschloss, zurück nach hause zu gehen. nach einigen schritten hielt er inne und drehte sich um. er ging zurück zu der frau und umarmte sie.
die alte frau schenkte ihm dafür ihr allerschönstes lächeln.
zu hause sah seine mutter die freude auf seinem gesicht und fragte: “was hast du denn heute schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?”
und der kleine junge antwortete: “ich habe mit gott zu mittag gegessen - und sie hat ein wundervolles lächeln!”
auch die alte frau war nach hause gegangen, wo ihr sohn schon auf sie wartete. auch er fragte sie, warum sie so fröhlich aussah.
und sie antwortete: “ich habe mit gott zu mittag gegessen - und er ist viel jünger, als ich gedacht habe.”
(Verfasser mir unbekannt)
Perfektion und Entwicklung
22/10/2004
Jeder Mensch ist perfekt, so wie er ist.
Dieser Satz, verinnerlicht und angewandt, würde endlich den Selbstzweifel, den Selbsthass beenden, und Mensch wäre der Liebe zu sich selbst fähig - eine Voraussetzung für den inneren Frieden, für die Akzeptanz aller Menschen und Dinge. Würde er nicht aber auch jeder Entwicklung im Wege stehen? Nein! Mensch entwickelt sich weiter - mit jeder Begegnung, mit jedem Gedanken, mit jedem neuen “Input”. Die Entwicklung ist nicht immer sofort sichtbar, sie braucht oft ein Leben lang. Aber sie findet statt. In welche Richtung auch immer. Es steht uns nicht an, die Entwicklung anderer zu beurteilen. Denn - jeder Mensch ist perfekt. Auch wenn’s meist schwer fällt, das zu glauben - sowohl bei sich selbst als auch bei anderen.
Ob Wissenschaft Wissen schafft?
01/11/2004
Vor kurzem ein Gespräch mit einem lieben Menschen geführt der hoffte, dass eines Tages die Wissenschaft für alles, was wir heute noch für unerklärlich halten, eine Erklärung finden würde.
Mal abgesehen davon dass ich das nicht glaube (und auch nicht weiß, ob ich das so wünschenswert fände): Wie sicher sind eigentlich die “Beweise”, die die Wissenschaft bisher liefert? Allein wenn ich mir nur die Aussagen rund um das Thema Ernährung anschaue: Alle paar Monate kommen neue Erkenntnisse, alle natürlich “wissenschaftlich fundiert”, und alle widersprechen sich.
Wie oft nicken wir mit dem Kopf, “jaja, das wissen wir doch, da gibt es doch zig Studien, die das belegen.” Und was wissen wir wirklich? Es gibt den schönen Satz “traue keiner Statistik, es sei denn, du hast sie selber gefälscht”. Das ist meiner Meinung nach auf einen Großteil aller Untersuchungs- und Forschungsergebnisse übertragbar.
Was wissen wir denn über die Folgen von genmanipuliertem Mais? Was wissen wir über das Ozonloch? Ist es nicht viel mehr ein Glauben? Wir glauben den Ergebnissen der Wissenschaftler, wir glauben ihren Forschungen und ihren Aussagen.
Der Kirche wird - meiner Meinung nach nicht zu Unrecht - oft vorgeworfen, sie manipuliere die Menschen. Nichts von den “göttlichen Geschichten” lasse sich nachprüfen. Und wie sieht es bei der Wissenschaft aus? Welche wirtschaftlichen und politischen Interessen stecken denn hinter den Forschungen? Jeder Mensch ist manipulierbar. Auch die Wissenschaftler. Wer das bestreitet lebt im Mußtopf.
Gerade wir “aufgeklärten” Europäer schmunzeln gerne über die “abergläubischen Naturvölker”. Und, was unterscheidet uns von ihnen? Sie glauben an Naturphänomene oder überlieferte Geschichten, wir glauben an die Wissenschaft. Beides ist Glaube. Nur dass wir dies nicht wahrhaben wollen.
Nein, ich wünsche mir keinen “Rückfall” in das “gläubige Mittelalter”. Ich wünsche mir einfach nur das Bewusstsein dafür, wie wenig wir wirklich wissen!
Religionslose Religiösität
13/11/2004
In den letzten Tagen wieder mal meine alten, christlichen CDs aus dem Schrank gegraben - Keith Green, Don Francisco, Stewart & Kyle… Ja wie, werde ich jetzt wieder religiös? Hm, eigentlich bin ich es schon lange. Und das, was ich spüre, kann man auch durchaus etwas “Göttliches” nennen. Aber absolut nichts hat diese Religiösität mit den vorhandenen Religionen zu tun, und nichts hat dieses Göttliche mit dem Gott zu tun, den uns die Kirchen vormachen wollen. Es ist keine Religion mit Werten wie gut und böse, es ist kein Gott, der, obgleich man sich kein Bild machen soll, doch immer wieder (v)erklärt wird. Osho hat dies mit religionsloser Religiösität sehr treffend beschrieben. Da ist nichts, was du erklären kannst, du kannst es nur spüren. Da gelten keine von Menschen erdachten Regeln von gut und böse, da gibt es nur Göttlichkeit, nur das Leben selbst. Dort ist Liebe, aber keine, die an Verhalten gebunden ist, keine Belohnung und Strafe. Diese Liebe ist bedingungslos - nicht verständlich, nicht beschreibbar.
Der letzte Tag
16/11/2004
Wäre heute der letzte Tag, er sollte der schönste im Leben sein… und er sollte nicht mit Unverständnis und Sorgen zu Ende gehen… Eine kleine Geste, vielleicht “nur” ein höfliches Wort, ein Lächeln… auch die Menschen, deren Handeln ich nicht verstehe, können gar nicht anders… Seltsame Wege nehmen mitunter Erkenntnis und das Leben…
Gedankenkraft
21/11/2004
Man errichtet die Welt kraft seiner Gedanken, heißt es. Das geht mir durch den Kopf, als ich bei einem Spaziergang bei herrlichem Wetter die Natur vor mir betrachte. Und es scheint wahr: Bei diesem Anblick erschaffe ich (mir) eine friedvolle, ruhige, beeindruckende Welt. Ich sollte meine Gedanken öfter entsprechend beeinflussen, oder zumindest beobachten…
Der göttliche Weg des Lebens
07/12/2004
Ich glaube an das Leben, denn egal welcher Gott welcher Kirche es ist - er manifestiert sich im Alltag, im sogenannten Schicksal, eben im Leben selbst. Gibt es ein Schicksal? Gibt es Vorbestimmung? Welches sind nun die “richtigen” Regeln und Gebote? Wie müßig ist es, darüber zu rätseln, wie arrogant, darüber zu streiten. Sieh dir das Leben an und du weißt, welches der göttliche Wille ist. Welch’ Blasphemie wäre es, ihn nicht zu akzeptieren - und wie unnütz obendrein. Wirf die von Menschen erfundenen Kategorien wie “gut” und “böse” weg, klammere dich nicht an Vorstellungen und Wertungen. Sieh und akzeptiere, wie das Leben spielt. Das ist der göttliche Weg des Lebens!





