Freiheit

18/06/2007

Letztens auf einem T'Shirt gefunden:

Zahme Vögel singen von Freiheit, wilde Vögel fliegen!

Von Vögeln gehört, die sich nicht trauen, durch geöffnete Käfigtüren hinaus zu fliegen...


Nach-denken

11/07/2008

Ich finde es immer wieder amüsant, mich beim nach-denken zu beobachten: Du betrachtest etwas, die Situation hast du intuitiv erfasst und begriffen, und dann fängt das Hirn an, eben diese Situation zu beschreiben, zu erklären und zu interpretieren. Nachdenken eben, zumeist ein völlig überflüssiges geistiges Blabla, welches die Ironie in dem gern in Gegenwart von  Schwätzern angewandten Satz "wie soll ich wissen was ich denke bevor ich höre was ich sage" wieder mal wunderbar betont. ;)

Ich denke also bin ich meinte einst Monsieur Descartes. Irgendwie fände ich "ich denke also war ich" passender. Das Ich, welches sich durch Denken manifestiert, ist doch nix weiter als ein Gebilde von Erinnerungen und Interpretationen. Aber vielleicht verstehe ich Monsieur Descartes auch falsch, da kann ich dann auch mit leben, schließlich halte ich es ja eher mit Sokrates' Ich weiß, dass ich nicht(s) weiß. Schließlich basiert Wissen - zumindest in Form von Allgemein- und zumeist auch Fachwissen - auf übernommenen, meist ungeprüften Theorien und Aussagen. Und wenn sie dann doch mal überprüft werden geschieht auch dies unter einer gewissen Erwartungshaltung. Aber auch das "erlebte Wissen" hat mit der Realität nichts zu tun, wird doch jeder Augenblick von uns interpretiert - meist bereits wenige Zehntelsekunden nach dem Erleben, spätestens jedoch im Gedächtnis. Wobei sich mal wieder die Frage stellt, ob es die Realität an sich wirklich gibt. Ich behaupte: Nein. Jeder hat seine eigene Realität, die er sich selbst schafft.

(Nö, ich habe keine in Rotwein getränkte Philosophierlaune - mag ja auch keinen Rotwein - sondern nehme mir endlich wieder die Zeit - oder sollte ich sagen, die Zeit ist einfach wieder reif? - mich mit anderen Philosophien zu befassen. Dazu könnte die Tage noch der ein oder andere Gedankenschnipsel hier niedergeschrieben werden...)


Sturm vor der Ruhe

27/07/2008

Sturm vor der RuheVor rund fünf Jahren hatte ich mich bereits mit diversen östlichen Philosophien befasst - vom Buddhismus über Osho, Krishnamurti, Tolle hin zum Daoismus. Es war eine interessante, wichtige und gut-tuende Zeit im Leben. Nach einer längeren Phase, in der andere Themen vorherrschten, scheint nun die Zeit gekommen, sich wieder der "Realität hinter der Realität" zu widmen. Nun hab ich's ja nicht so mit dem dem Nachbeten von bestimmten Philosophien, aber im Daoismus erkenne ich viele Dinge, die sich mit meinen bisherigen Erfahrungen decken. Inwieweit da mal wieder interpretiert und gewünscht wird, ach jo, da könnte man wohl viele Nächte lang drüber philosophieren.

Ruhe nach dem SturmIn den - momentan noch wenigen - Phasen der Ruhe tobt zur Zeit ein ziemlicher Sturm durch meine Gefühlswelt. Allerdings überrascht mich das nicht wirklich, das gleiche Phänomen hatte ich "damals", als ich mich erstmalig mit diesen Themen befasste. Logisch, schließlich ist da ein Festhalten am Gewohnten, mehr oder weniger Liebgewonnenen, welches eine - allerdings lediglich gefühlte -  Sicherheit ausstrahlt. Festhalten an der Fluchtmöglichkeit der Gedanken an Vergangenheit und Zukunft, an Tagträume, aber auch Festhalten an Ängsten und Sorgen, die im anderen Falle nicht mehr kaum noch relevant wären. Interessant, dass man offenbar auch diese eher unangenehmen Dinge zu brauchen scheint, um sich selbst - bzw. das, was man für sich hält, also das Ego - wahrzunehmen. Spannend, was da gerade so abgeht! Gerne hätte ich in unmittelbarer Gegend Menschen, die sich mit dieser Thematik auskennen und mit denen ich mich austauschen kann. Zwar gibt es im weltweiten Web Foren, aber der virtuelle Raum hat halt doch seine Nachteile. Andererseits will gerade der Daoismus erfahren und nicht tot geredet werden. Wir werden sehen. Auf die stürmischen Zeiten. ;)


Leben

28/07/2008

Leben...


Farbtupfer

13/10/2008


Jeder ist ein ganz spezieller Farbtupfer im großen Gefüge. Wie schade, dass die meisten Menschen Uniformität anstreben…


Spatz in der Hand und so

06/11/2008

Ich finde es immer wieder interessant zu beobachten, wie häufig Menschen mit ihrer momentanen Situation unzufrieden sind - aber trotzdem lieber beim alten bleiben, denn "es ist ja nicht alles schlecht"... vor allem aber wohl, weil man einfach Angst vor neuen Wegen hat. Angst, den "halbwegs sicheren Hafen" zu verlassen und sich neue, unbekannte Wege zu suchen. Und schließlich garantiert einem ja auch keiner, dass es dann besser würde.

Wir akzeptieren die Realität der Welt, die uns dargeboten wird. ... Wenn unsere Absichten nicht so halbherzig wären, wenn wir im Innersten wirklich entschlossen wären, die Wahrheit herausfinden, könnte das niemand verhindern. Wir ziehen aber unsere Zelle vor.
[nach "Christof" in der "Truman Show"]

Ähnlich wie dem einzelnen Menschen geht es dem Kollektiv, zum Beispiel dem Staat: Die Kapitalismusblase ist geplatzt, aber anstatt das marode System endgültig zu beerdigen wird ein Haufen Geld in "lebenserhaltende Maßnahmen" gesteckt. Zugegeben, die Alternativen haben bislang nicht überzeugt. Aber wer hat schon den Mut für neue Ideen?


Fakten

14/03/2009

Die im Fernsehen sagen..., WikiPedia sagt..., die Lehrerin sagt..., der Jauch sagt..., die Zeitung sagt..., die Politiker sagen..., die Nachbarin sagt..., der Guru sagt..., die Ärztin sagt..., der Chef sagt..., die Merkel sagt..., der Experte sagt..., Google sagt..., der Löw sagt..., der Nuhr sagt..., der Pfarrer sagt..., der Papa sagt... ... ... und die müssen das doch wissen!


Verpasste Chance

24/07/2009

Es gab eine Zeit, wenige Monate nur, kurz vor bis kurz nach dem Mauerfall, wo viele Menschen einen Traum hatten. Während sich die breite Masse nach Westgeld sehnte und den Versprechen von blühenden Landschaften glaubte stellte sich ein kleiner Teil – übrigens nicht nur DDR-Bürger! – eine Reform vor: Sie träumten von einem Staat, in dem das Denken – und das Aussprechen dieser Gedanken – frei war, aber die Menschlichkeit nicht auf Kosten des Konsums, des – für diese Art der Wirtschaft notwendigen – ständigen Wachstum verrecken würde. Wo nicht der Arbeiter oder der kleine Angestellte kaum über die Runden kommt, nur weil sich Vorstände oder Spekulanten die Taschen vollstopfen. Auch ich träumte – man schimpfe mich naiv – diesen Traum und trauerte einer verpassten Chance nach.

Aber mittlerweile frage ich mich: Hätte dieser neue Staat, diese neue Gesellschaft wirklich eine Chance gehabt? Damit meine ich nicht die wirtschaftlichen Probleme – heute geht es vielen Menschen in den neuen Bundesländern finanziell kaum besser, im Gegenteil. Nein, ich rede von den “Herrschenden”, von denen viele alte auch die neuen wären. Ich rede von denen, die erfahren haben, wie “geil” die Macht ist. Die gelernt haben, ihre Egoismen mit Ellbogen durchzusetzen. Die ihre Seilschaften gezogen haben, und diese auch nicht mehr loslassen. Vielleicht hätten sie etwas mehr Flexibilität lernen und mehr Kompromisse schließen, in jedem Falle sich – und ihre Entscheidungen – besser verkaufen müssen. Aber letztendlich wären es die alten geblieben – wie auch damals nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie viele heimliche, weniger heimliche und vor allem unheimliche Nazis saßen hier ganz schnell wieder in Amt, Würden und Politik? Auch sie hatten dazugelernt…

Ist es wirklich so, dass sich niemals etwas ändern wird? Dass sich – im Gegenteil – die Menschen ändern, die – einst vielleicht idealistisch – endlich an der Spitze angelangt das Spiel mitspielen, jegliche Moral über Bord werfen, denen plötzlich das Wohl der Allgemeinheit scheißegal ist, weil sie zu den Priviligierten gehören und obendrein den Kontakt zur Basis verloren haben? Wäre in diesem Fall all das Streiten für eine “neue Gesellschaft” vollkommen zwecklos? Wahrscheinlich nicht, denn wer weiß was geschähe, wenn es gar keine kritischen Stimmen, gar keine Träumer mehr gäbe.

Wie auch immer: In so manch melancholischem Augenblick trauere ich der verpassten Chance vor 20 Jahren immer noch nach…


Auf der Suche nach Wahrheit

28/09/09

Seit einigen Jahren schon bin ich auf der Suche nach der Wahrheit. Nicht in einzelnen Fragen, nein, der Wahrheit des Gesamten, nenne es meinetwegen Wahrheit des Lebens, des Seins. Ich befasste mich mit dem Buddhismus, dem Taoismus, aber auch mit medizinischen Fragen zur Hirnforschung, befasste mich mit Thesen zum eigenen Willen und noch einiges mehr. Ich las – Bücher von Menschen, die vorgaben, die Wahrheit gefunden zu haben, las Lebensberichte, natürlich das tao te king, Schriften von Osho, Bücher des Dalai Lama und von Krishnamurti… Fast überall schwang Wahrheit mit, es gab viele Antworten, aber noch mehr Fragen…

Seit meinem Umzug nach Berlin geriet dieses Thema in den Hintergrund, zu viel Neues prasselte hier auf mich ein – die geniale Stadt, ein neuer Job, das Fehlen alter Freunde und das Auftauchen neuer, interessanter Menschen. Nun scheint es wieder an der Zeit zu sein, mich den eigentlichen Fragen zu widmen. Ich entdecke die alten Bücher wieder, lese sie zum Teil anders als damals, ich erkenne neue Zusammenhänge, verstehe ein klein wenig mehr als noch vor einigen Jahren (auch wenn viele Fragen offen bleiben).

Und doch ist es der Verstand, der diese Antworten begreift. Was aber nun, wenn eben genau jener Verstand dem eigentlichen Begreifen, dem Erleben der Wahrheit im Wege steht? Und so scheint es zu sein, denn nicht nur viele der Schriften und Berichte weisen darauf hin, auch eigene Erfahrungen – waren sie auch noch so klein.

Diese Suche nach Antworten ist schwierig, spannend, mitunter beängstigend, häufig unbefriedigend. Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Fragen stellen (und vielleicht sogar schon Antworten für sich gefunden haben) wäre interessant – obgleich klar ist, dass dieser Austausch, ebenso wie die Lektüre, niemals die wirkliche Antwort bringt. Wahrheit will erlebt werden, sonst ist es wieder nur Glaube – und der hat mit der Wahrheit ja nun nicht wirklich so viel zu tun.

Ja, es könnte spannend werden in der nächsten Zeit…


Die Weisheit des Alters

06/09/09

Spätestens mit dem Alter bekommen wir eigentlich eine wunderbare Gebrauchsanweisung für das Leben: Wir merken, wie die Zeit immer schneller zu verrinnen scheint – also sollten wir diese immer kostbarer werdende Zeit einfach genießen. Auch machen wir mit den Jahren oft genug die Erfahrung, dass das meiste sowieso anders kommt als gedacht – also was vergeuden wir Zeit mit Sorgen, Befürchtungen und Planungen? Und nicht zuletzt hat so mancher erfahren dass immer dann, wenn man trotz heftiger Grübelei gar keine Lösung mehr sieht und aufgibt, das Leben die Lösung frei Haus serviert und wir nur noch zugreifen müssen. Also, die perfekte Gebrauchsanweisung für das Leben ist da – es liegt nur an uns, sie umzusetzen. Hm, sagte ich nur?