Tagesaufgabe (2)

24/01/2005

Sei einen Tag lang nur liebevoll zu dir! Kein Schimpfen über deine “Fehler”, kein “ich lerne es aber auch nie“, kein “was bin ich heute wieder trottelig“… Vergib dir, lobe dich, freue dich über deine Fähigkeiten, belohne dich. Na, schaffst du das?


Einmalig

29/01/2005

“Du bist einmalig. Du bereicherst die Welt mit deinem Wesen! Du bist einzigartig! So wie du bist, bist du perfekt, denn genauso wie du bist sollst du sein! Was willst du ändern? Warum solltest du ein Stück deiner Einmaligkeit aufgeben, nur um vielleicht der Vorstellung eines “guten” oder “perfekten” oder “interessanten” Menschen zu entsprechen - einer Vorstellung, die - vielleicht - in den Köpfen anderer herumspukt? Du bist ein wunderbarer Mensch - so wie du bist!”

Bitte verstecke auch nicht den geringsten Teil deiner bunten, herrlichen Einmaligkeit! Versuche nicht, anders zu werden. Nimm dich an, und bereichere die Welt mit deiner Einmaligkeit!

Zu wünschen wie man sein will heißt den Menschen zu verachten, der man ist!


Gedanken über den Glauben

03/02/2005

Für mich steht fest, dass das Leben selbst das Göttliche ist. Wir sind ein Teil dieses Lebens - wie auch herrliche Sonnenuntergänge und Flutkatastrophen, wie Gesundheit und Krankheit, ja, wie auch der Tod. Wir sind Teil dieser Göttlichkeit. Und alles, was geschieht, ist gut! Auch wenn es uns in dem Augenblick als unangenehm, schmerzhaft, falsch erscheint. Nicht die Dinge sind falsch oder schmerzhaft, sondern unsere Gedanken, die wir damit assoziieren.

Ich habe meinen Glauben - es ist der Glaube an das Leben selbst, an den Lauf der Dinge.

Ich habe Vertrauen - ich verlasse mich auf das Leben, darauf, dass alles seinen Gang genau so geht wie es sein soll. Ich vertraue darauf dass ich die Kraft habe, diesen Weg zu akzeptieren.

Ich übernehme Verantwortung - in dem ich versuche, meinen bescheidenen Beitrag zu einem möglichst “guten Leben” zu leisten. Aber auch in dem ich mich liebe und mir vergebe.

Ich versuche zu akzeptieren: Die Menschen mit ihren eigenen Wahrheiten, das Leben, das seinen Gang geht, und mich selbst.

Ich feiere meine Gottesdienste - bei einem Spaziergang durch Wälder oder am Meer entlang, in einer ruhigen Minute der Meditation, oder durch unendliche Freude über das Leben selbst.


Gottesdienst

10/02/2005

Meine Kirche ist der Wald, das Meer oder der nächtliche Himmel.

Mein Altar sind die Bäume, die Gräser in den Dünen oder die Sterne.

Meine Kirchenmusik ist das Pfeifen des Windes, das Rauschen des Meeres oder die Geräusche der Nacht.

Meine Predigt sind die Gedanken, die Erinnerungen, die Freuden, der Augenblick.

Mein Gott ist die Natur, sind die Menschen, Tiere und Pflanzen, ist das Leben selbst.

Meine Kirche hat rund um die Uhr geöffnet und sie predigt die Liebe und das Leben. Und jeder ist willkommen - ganz gleich, welcher Religion er noch angehört...


Die Welt verändern

20/02/2005

Auch heute noch gibt es viele junge Menschen, die meinen, sie könnten die Welt verändern. Eines Tages, so scheint es, verlieren sie jedoch ihren Idealismus und glauben, dass man ja doch nichts erreichen könne.

Aber irgendwann wird ihnen klar, dass jeder von uns jeden Tag diese Welt verändert. Die Welt ist kein festes, kein festgefahrenes Etwas. Jeder Tag, ja jede Sekunde wird neu geschrieben. Und mit unseren Begegnungen, mit unserem Handeln, mit unseren Gedanken gestalten wir diese Welt neu, in jedem Augenblick...


Achtsamkeit

01/03/2005

Der Meister wurde gefragt, warum er so gelassen und in sich ruhend sei. Er antwortete:

“Wenn ich sitze, sitze ich, wenn ich laufe, laufe ich, wenn ich esse, esse ich.”

Auf den Einwand, dass das ja wohl jeder mache antwortete er: “Nein, wenn ihr sitzt so denkt ihr ans Aufstehen, während des gehens schiebt ihr euch einen Hotdog zwischen die Lippen, und während des Essens sprecht ihr über dies was gestern war und über das, was morgen geschehen könnte. Ihr seid nie da, wo ihr gerade seid. Das, nur das ist euer Problem.”
(Verfasser mir unbekannt)

Ist also eigentlich ganz einfach. Von wegen…


Einfach

12/03/2005

Eigentlich ist das Leben ganz und gar einfach: Man muss sich ihm nur vollkommen hingeben...


Wer weiß?

25/03/2005

Fakt ist: Wir sehen nur das, was wir sehen wollen, und so haben wir nur unsere eigene Wahrheit. Wer weiß, ob uns die wahre Wahrheit nicht sogar schrecken würde? Und wer weiß, vielleicht können wir die einzig wahre Wahrheit nicht nur nicht sehen - sondern vielleicht gibt es sie wirklich nicht? Wer weiß, vielleicht ist alles ganz anders als wir denken?


Wissen

17/04/2005

Nur etwas selbst Erlebtes kann man wissen. Erzähltes oder Angelesenes weiß man nicht, man glaubt es. Dummerweise interpretiert man auch das selbst Erlebte, somit ist allein augenblickliches Erleben gleich Wissen. Wissen ist demnach nicht vermittelbar. Scheiß auf die Pisa-Studie…


Papstomanie

24/04/2005

Es papstet, wohin man nur schaut und hört. Egal ob BLÖD-Zeitung, Foren oder Weblogs, jeder fühlt sich berufen, zu papsten. Wie auch immer. In einem Forum las ich den Satz Ich kann auch so viele Einträge nicht verstehen, wo geschrieben wird, “ich bin eh nicht katholisch oder habe mit dieser Kirche nichts am Hut”, aber dann vom Leder gezogen wird, als wäre man ein Theologieexperte. Naja, in einer Zeit, in der jeder was sagen muss, egal ob er was zu sagen hat, verwundert das nicht.

Aber ich denke, jeder von uns ist von der Päpstelei - und eben von der katholischen Kirche - betroffen. Wenn versucht wird, eine Religion in einer Verfassung niederzuschreiben, wenn Kopftücher verboten aber Kreuze erlaubt sind, wenn aktuelle und ehemalige Politiker immer wieder die einzig wahre Richtigkeit des (katholischen) Christentums betonen, dann wirkt sich dieser Glaube, mit dem ich nichts zu tun habe - und auch nicht haben will - auch auf mein Leben aus.

Wer hat zu bestimmen, ob Frau abtreibt? Mit wem - außer mir selbst (und den Betroffenen) - habe ich meine “Sünden” und deren Vergebung auszumachen? Wer bestimmt überhaupt, was Sünden sind? Wie kann man anhand der Bevölkerungsexplosion und der AIDS-Raten überhaupt ein Kondomverbot in Erwägung ziehen? Wie sind schlaflose Nächte, bedingt durch ein schlechtes Gewissen durchs verbotene Onanieren, der Kids in zig Jahrhunderten zu rechtfertigen? Wer bestimmt meine Moral und Ethik - außer mir selbst? Auf frühere “Irttümer” wie Kreuzzüge und Missionierereien an dieser Stelle mal gar nicht eingegangen.

Es muss (muss es?) Regeln für ein gemeinsames Zusammenleben geben. Diese bestimmt das Volk durch Wahl der Gesetzgebenden (oder sollte es zumindest). Glaube ist die eine Sache, und jeder mag seinen Glauben ausleben. Aber ich mag mir nicht die Moral eines alten Mannes (als Sprecher vieler anderer alter Männer) aufdrücken lassen. Mich betrifft diese Religion ob ich will oder nicht. Und so betrifft mich auch der “Chef” dieser Religion, ein anscheinend erzkonservativer Mensch. Also nehme ich mir auch das Recht heraus, mir Gedanken zu machen - und diese zu äußern.

Nur mal so…