Geschichten

07/07/2005

Trotz meiner Sympathie für den Buddhismus sehe ich diesen - ebenso wie die christlichen oder sonstigen Religionen - als einen Versuch, das Unerklärbare zu erklären. Das Leben, die Welt und alles Drumherum wird in nette Geschichten verpackt. Diese Geschichten können Menschen Halt und Hoffnung geben, und sie befriedigen zumindest teilweise den Wunsch nach Erklärungen für das Sein. Dennoch - es sind und bleiben Geschichten, deren Wahrheit alleine die Wahrheit des ursprünglichen Erzählers ist. Es liegt an uns, das Gute aus den Geschichten zu ziehen, sie in unsere Wahrheit einfließen zu lassen, aber eben auch verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen - und so vielleicht zukünftig den durch zu starke Identifikation resultierenden Fanatsimus zu beenden. Lasst uns die Schönheit dieser Geschichten genießen, es wäre wohl eher im Sinne der Religionsstifter als geistige Starre, Intoleranz und Glaubenskriege.


Traurigkeit

10/07/2005

Gerne möchte mancher sein Leben ohne Traurigkeit verbringen. Und so mancher sucht nach “Erleuchtung” um dieser Traurigkeit zu entfliehen. Aber das ist sinnlos. Traurigkeit gehört zu unserem Leben dazu - egal ob offensichtlich oder tief drinnen in uns versteckt. Das einzige was wir machen können ist, sie wahrzunehmen, ihr nachzuspüren, sie zuzulassen. In dem Augenblick, in dem wir sie annehmen, ist sie zwar nicht weg, aber sie ist um ein vielfaches erträglicher.


Tagesaufgabe (6)

12/07/2005

Versuche für heute alle (!) Schimpfworte aus deinem Wortschatz zu verbannen. Zu schwer? Dann versuche einfach “nur” zu registrieren, wenn du eines nutzt. Gemeinheit am Rande: Du musst selber festlegen, was für dich Schimpfworte sind.


Ausschnitt

15/07/2005

Wir sehen von jeder Situation nur einen kleinen, begrenzten Ausschnitt. Auch bei denjenigen, die uns etwas erzählen möchten, ist das nicht anders - egal ob es sich um Freunde oder “die Presse” oder sonstwen handelt. Selbst wenn wir die Situation aus der Vogelperspektive sähen wäre unser Blick begrenzt, denn es fehlte die zeitliche Dimension. Und selbst wenn wir diese warnähmen - wir können nicht in “die Köpfe” der anderen, an der Situation beteiligten Menschen sehen.

Wer weiß - vielleicht ist das große Ganze, das “Göttliche”, das Leben selbst, doch nicht so irre, wie es uns immer scheint?


Zufrieden?

16/07/2005

Bist du eigentlich zufrieden mit deinem Leben? Wenn du heute erführest, dass du morgen stirbst - könntest du dann beruhigt sagen “okay, Jungs und Mädels, das war’s - kurz aber wunderschön”? Wenn dem nicht so ist - warum nicht? Was würdest du gerne ändern? Was könntest du ändern? Und - vor allem - warum änderst du es nicht?

He - wahrscheinlich hast du nur dieses eine Leben! Also, lebe es!


Zwei Wölfe

17/07/2005

Ein alter Indianer saß mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten.

Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens:

“Weißt du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend.”

“Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?” fragte der Junge.

“Der Wolf, den ich füttere.” antwortete der Alte.

[Aus Christins ehemaligem, leider nicht mehr existenten Blog]


Wenn schon...

19/07/2005

Melancholie, Ängste, Traurigkeit, Ärger… auch das gehört zum Leben dazu - ob wir wollen oder nicht. Und wenn solche Gefühle dazu gehören, dann wollen wir uns ihnen auch vollkommen hingeben. Nicht mal eben den Ärger wegbügeln oder die Traurigkeit überspielen wollen. Nein, wenn schon, dann 100%iges (Er)leben. Kurz und heftig. Denn nur dann leben wir wirklich!


Schrittweise

19/07/2005

Sich auf neue Dinge vollkommen einzulassen erfordert neben einer aufmerksamen geistigen Präsenz auch das Loslassen der Dinge, die soviel Platz einnehmen, der Dinge, die uns blockieren. Das Loslassen ist der erste Schritt - und auch der schwierigste...


Entscheidungen

25/07/2005

Wenn erst einmal eine Entscheidung getroffen ist und du die Dinge nicht mehr in der Hand hast, dann kannst du dich ganz entspannt zurücklehnen - es geschieht, was geschehen soll. Die Zeit aber, bis du zu einer Entscheidung kommst, kann so unendlich lange scheinen. Folge deiner ersten Eingebung, sie kommt meist “aus dem Bauch” heraus und erweist sich häufig als richtig - auch wenn du dich später fragst, ob das denn eine gute Wahl war...


Rolle des Lebens

26/07/2005

Wenn du dich fragst, welche Rolle du im Spiel des Lebens spielst, dann wirf all die Rollen, in die du dich bisher hast drängen lassen, beiseite: Den Looser, die Karrierefrau, den Strebsamen, die Ängstliche, den Außenseiter, die Immerfrohe… und dann schau in den Spiegel. Das, was du darin siehst, ist die Rolle, die du im göttlichen Spiel innehast. Gib der Rolle keine neuen Namen. Sei offen für Veränderungen innerhalb deiner Rolle. Interpretiere nichts in sie hinein, das nicht echt wäre. Schau in den Spiegel - und sei einfach du selbst!